Rund um die Schweiz Tag 3: Herisau – Appenzell


Weiter geht’s mit meiner Runde durch die Schweiz, heute wieder im Kanton Appenzell und zur Abwechslung mit Begleitung. Gleich zu viert starten wir beim Bahnhof in Herisau, wo vor zwei Wochen Endstation war.

Übersicht

  • Datum: So, 24.05.2026
  • Startpunkt: Bahnhof Herisau
  • Endpunkt: Bahnhof Appenzell
  • Wegpunkte: Herisau – St. Gallen – Stein AR – Enggenhütten – Appenzell
  • 20,6km, 740m Aufstieg, 700m Abstieg
  • Wetter: Sonnig und heiß

Als erstes müssen wir uns einen Weg aus der Stadt hinaus suchen, zuerst am Bahnhof vorbei, dann ansteigend über eine Brücke und schließlich eine Treppe hinauf in den Felsenweg, dann entlang der Schützenstraße zum Ortsrand von Herisau.

Raus geht’s aus Herisau, die Treppe hinauf.
Die ersten Meter weg von der Straße.

Hier beginnt ein leicht abfallender Kiesweg, der bereits mit Sicht auf die Stadt St. Gallen zum nahen Gübsensee führt. Wir gehen am südlichen Seeufer entlang und überqueren dann die östliche Staumauer um schließlich auf den parallel zur Bahnlinie verlaufenden Radweg über das Sitterviadukt der SBB zu gelangen.

St. Gallen mit Fußballstadion.
Durch den Tunnel…
…und ans Ufer des Gübsensees.
Und am Ende der Straße steht ein Haus am See.
Kaulquappen-Großstadt am Wegesrand.
Staumauer am Gübsensee. Da geht es drüber.

Von der Brücke sehen wir auch bereits unseren Weiterweg, allerdings noch gute 70m tiefer am Ufer der Sitter. Um dorthin zu gelangen müssen wir zuerst noch eine kleine Runde durch die Außenbereiche von St. Gallen drehen, bis wir unten am Fluss ankommen.

Sitterviadukt SOB, gesehen vom Sitterviadukt SBB. Leider passt meine Kamera nicht durch den blöden Zaun…
Da runter wollen wir.

Nun folgen wir der Sitter ein Stück flussaufwärts, unter dem gewaltigen Viadukt der SOB hindurch, über eine gedeckte Holzbrücke und an der Einmündung der Urnäsch vorbei. Hier verlassen wir nun den Fluss und steigen etwa 100m Höhenmeter steil auf. Wenig später treffen wir auf den nach Süden führenden Radweg in Richtung Stein AR. Der Weg bis in den kleinen Ort ist nicht mehr weiter besonders spannend, auch wenn die Aussicht auf den Hohen Kasten und schließlich auch den Säntis zunehmend besser wird.

Einmündung der Urnäsch (von Links) in die Sitter.
Pause am Ufer der Urnäsch.
Nach dem Aufstieg, vorbei an der Haggenbrücke
Die Berge des Alpstein kommen aus ihrem Versteck…
…und bald auch der Säntis-Gipfel.

In Stein verlassen wir den Radweg und wechseln bei einem Bauernhof auf einen teilweise nicht so einfach zu findenden Fußweg. GPS, Karte und ein gutes Auge für die nächste Wegmarkierung leisten für die nächsten Kilometer nun gute Dienste. Auf den frisch gemähten Wiesen sind nämlich so gut wie keine Spuren zu entdecken, und meistens heißt es daher in gerader Linie von einem Wegweiser zum nächsten zu gehen. Zum Glück sind diese zumindest recht zahlreich.

Auf den nächsten Kilometern unsere Dauerbeschäftigung: Finde den Weg.

Erst einmal steigen wir auf diese Weise wieder ein gutes Stück ab, auch wenn immer wieder kurze Anstiege dazwischen liegen. Schließlich gelangen wir so zurück an die Hauptstraße, und an die Kantonsgrenze zwischen den beiden Appenzell.

Nur im Wald ist der Weg auch als solcher zu erkennen. Das bleibt aber vorerst die Ausnahme.

Hier entscheiden sich unsere beiden Jugendlichen, dass wir alten Leute ihnen zu langsam sind und zu umständliche Wege gehen. Sie wollen sich lieber ihren eigenen, direkteren Weg suchen und wir vereinbaren, uns später am Bahnhof Appenzell zu treffen. Über weitere etwas unübersichtliche Wiesen erreichen wir beiden alten Leute jedenfalls nach kurzer Zeit den Ort Enggenhütten.

Hier überqueren wir die Hauptstraße erneut und beginnen einen steilen Anstieg in den Wald, der uns schließlich über eine Wiese mit sogar erkennbaren Wegspuren zu einem einsamen Bauernhaus auf ca. 900m Höhe und somit den höchsten Punkt des Tages führt. Ab jetzt geht es nur noch bergab, und das zuerst einmal über einen extrem matschigen Waldweg an einem Zaun entlang.

Kurz danach stehen wir etwas unerwartet am oberen Rand eines großen Steinbruchs. Entlang dessen nördlicher Kante steigen wir nun steil ab und finden dabei einige Walderdbeeren. Über eine Wiese erreichen wir dann wieder einmal die Hauptstraße, wo wir nun knapp vor uns die beiden jungen Herren unserer Gruppe entdecken.

Abstieg am Rand des Steinbruchs.

Das nun folgende, etwas unangenehme Stück direkt an der Straße entlang gehen wir daher zuerst gemeinsam, bis wir den beiden wieder einmal zu langsam sind, und sie voraus sprinten. Eine Wanderweg-Abzweigung nach Links lassen wir links liegen. Damit könnte man sich zwar 500m an der Straße sparen, allerdings mit einem ordentlichen Umweg. Wir gehen da doch lieber an der Straße weiter bis nach Flucht.

Ein erster Blick auf Appenzell, im Hintergrund der Hohe Kasten.
Auch der Säntis kommt nun schon deutlich näher.

Erst dort biegen wir nach Links ab und erreichen wenig später über einen schönen Grasweg den Ortsrand von Appenzell. Dort machen wir uns auf den Weg in Richtung der Stadtmitte und sind positiv überrascht wie viel weniger ausgestorben die Stadt ist im Vergleich mit unseren Erwartungen. Wirklich groß ist sie hingegen auch nicht, und so erreichen wir wenig später bereits den Bahnhof.

Da weiß man zumindest sofort, wo man ist.

Nachdem wir den Rest unserer Gruppe auch wieder gefunden haben machen wir uns mit dem Zug auf den Rückweg nach Herisau.

Übersichtskarte

GPX-Track zum Download verfügbar in der Übersicht.

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