Diese Spielverderber!
Eckdaten
- Datum: Sonntag, 08.03.2026
- Etappe-Nr. laut Führer: 11
- Ausgangspunkt: Stroßeggwirt (1163m)
- Endpunkt: Mixnitz, Bahnhof (449m)
- Wegstrecke 24,0km, 1000m Aufstieg, 1720m Abstieg
- Wetter: Anhaltend sonnig und warm
- Wegpunkte: Straßegg – Haberlstall (3,3km, 1:15h) – Heulantsch (7,9km, 2:50h) – Teichalm (10,4km, 3:30h) – Gh. Guter Hirte (15,3km, 5:05h) – Eingang Bärenschützklamm (20,2km, 6:5h) – Mixnitz (24,0km, 7:50h)
- Gipfel: Kulmkogel (1410m), Nestbodnerkogel (1393m), Heulantsch (1471m)
Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem obligatorischen Abschieds-Ständchen auf der Ziehharmonika beim Stroßeggwirt (Übrigens sehr zu empfehlen – gutes Essen und faire Preise) gehe ich hinaus in den strahlenden Sonntag.

Kurz unter dem Gasthaus überquere ich die Straße und beginne auf der anderen Seite den steilen Aufstieg in den Wald hinein. Der ist in dieser Höhe noch angenehm schneefrei, wenn auch von schwerem Forstgerät arg zerfahren. Das wird erst besser, als es nach einem Wegkreuz etwas flacher wird, dafür kommt nach einem kurzen Stück auf einem Feldweg nun wieder Schnee dazu. Dieser wird nach kurzer Zeit wieder nach rechts verlassen und nochmal etwas ansteigend wird der Haberlstall erreicht, wo im Sommer scheinbar auch eine Einkehrmöglichkeit besteht.



Dann ist die Wegsituation kurz nicht eindeutig, da es mehrere fast parallele Möglichkeiten gibt, ich nehme erst die linke, dann an einer Verzweigung die rechte. Über nun tiefer werdenden Schnee ansteigend erreiche ich so einen weiteren Wegweiser auf einer namenlosen Erhebung, von der sich erstmals der Blick ins Tal der Teichalm öffnet.
Der offizielle Verlauf des 02ers würde von hier etwas nach Süden absteigen, und dann entlang des Hangs weiter absteigend den Campingplatz Holzmeister erreichen. Von dort ginge es teilweise an der Straße entlang zur Teichalm, und eine Skipiste wäre jetzt im Winter auch noch zu überqueren. Daher entscheide ich mich, noch ein paar Gipfel einzusammeln und folge dem mit 27 markierten Weg. Statt unten in der Flanke verläuft dieser oben über den Rücken, mit ein paar Höhenmetern extra.

Über Wiesen und Schnee erreiche ich die erste Erhebung im Rücken, den Kulmkogel (1410m). Von dort kurz abwärts, dann wieder leicht hinauf zum unscheinbaren, nicht wirklich als Gipfel zu erkennenden Mooskogel, wo sich die Bergstation des Skilifts Holzmeister befindet. Der wirkt auch am Sonntag Mittag nicht gerade überlaufen… Nun kurz über hart gefrorenen Schnee zügig an der Nordseite hinab zur Stoahandhütte, anschließend wieder steil aufwärts auf den Nestbodnerkogel (1393m).

Es folgt ein weiterer Abstieg, und anschließend der sehr steile Anstieg zum Grubbauerkogel, der allerdings etwas südlich unter dem höchsten Punkt passiert wird. Nach einem letzten Zwischenabstieg beginnt der letzte, auch wieder sehr steile Anstieg zum Heulantsch. Über Wiesen wird der Wald erreicht, in welchem der Weg von Forstarbeiten etwas mitgenommen und nicht ganz einfach zu finden ist, aber immer steil aufwärts ist hier der richtige Weg. Wenig später erreiche ich schließlich den Gipfel des Heulantsch (1471m) mit Gipfelkreuz. Während der Wald den Blick nach Norden behindert, ist die Sicht nach Süden über die etwa 300m tiefer liegende Teichalm mit ihren Skiliften und -pisten ist dafür perfekt.


Der Abstieg erfolgt zunächst nach Westen, und anschließend steil über Wiesen an einem Zaun entlang nach Süden. Zuletzt einige steile Meter weglos (habe irgendwo eine Abzweigung verpasst…) erreiche ich die im Talboden liegende Sandstraße, welcher der 02er eigentlich folgt, somit bin ich wieder zurück auf dem rechten Weg. Nach wenigen Minuten erreiche ich die nicht wirklich hübsche Teichalm, wo der Tourismus doch arge Spuren in Form von übertriebenen Luxus-Hotels hinterließ.
Entsprechend durchquere ich die Teichalm auch möglichst zügig, denn auch die am Gasthaus ausgeschriebenen Preise laden nicht unbedingt zum anhalten ein. Am Teichalmsee verlasse ich dann die von den Skitouristen gut gefüllte Gegend, hinein ins schattige Tal des Mixnitzbachs.

Hier treffe ich auch bald wieder auf meinen aktuellen Dauer-Feind: Einen komplett vereisten Fahrweg. Erschwerend kommt hier noch dazu, dass direkt links davon der Bach fließt, während die rechte Seite oft steil ansteigt und/oder stark zugewachsen ist. An vielen Stellen bleibt daher nicht viel anderes übrig, als die am wenigsten rutschigen Eisflächen zu suchen. Entsprechend zieht sich der ansonsten sicher sehr angenehme, flache Weg auch gewaltig. Und kurz bevor das Schlimmste dann endlich vorbei ist fliege ich dann auch noch einmal ordentlich hin…

Dann endlich beginnt der Weg anzusteigen, und etwas weiter oben am Hang, wo es nicht mehr so schattig ist, wird es dann auch schnell größtenteils eisfrei und angenehmer. Bald kommen dann auch erste Felsen in der näheren Umgebung zum Vorschein und die Gegend wird so langsam sichtlich alpiner geprägt.
Schließlich erreiche ich das Gasthaus „Zum guten Hirten“, wo der Weg durch die Bärenschützklamm heraufkommt. Diese darf (eigentlich) nur in aufwärts-Richtung begangen werden. Geschlossen ist sie jetzt im Winter, bis Anfang Mai, aber auch, also sollte es ja keinen stören, wenn man da entgegen der „Fahrtrichtung“ durchgeht… Das Schild mit dem Hinweis auf die Wintersperre und potentielle Gefahren ignorieren steige ich daher in südliche Richtung zum Beginn der eigentlichen Klamm ab.

In die geht es auch direkt extrem steil hinein, über hölzerne Stege und Treppen, die fast schon steil genug sind, um Leitern zu sein. Spuren von Bauarbeiten sind hier zu sehen, teilweise fehlen auch kurze Stücke der Holzstege, aber nichts, was einen einigermaßen schwindelfreien Wanderer aufhalten würde. Etwa 50 Höhenmeter tief in der Klamm sieht das dann aber ganz anders aus. Oben stand zwar, dass darum gebeten wird, die Wintersperre zu respektieren, hier unten steht nun ein massives, verschlossenes Gittertor mitten auf einer Brücke im Weg. Klar, irgendwie könnte man auch da vorbeiklettern, aber es gibt Dinge, die man mit einem schweren Rucksack und ohne Seil nicht unbedingt tun möchte…

Also bleibt mir nichts anderes übrig, als wieder hinaufzusteigen. Anstrengend ist das. Würde mich mal interessieren, wie oft man hier im Sommer völlig überforderte Turnschuh-Touristen retten muss.

Zurück beim Guten Hirten geht es dann also doch auf den regulären Abstiegsweg. Der führt nochmal etwas aufwärts, und dann anhaltend steil in Kehren durch den noch sehr kahlen Wald hinab. Angenehm ist das nicht gerade, denn unter dem Laub auf dem Boden verstecken sich alle möglichen Stolpersteine, und rutschig ist das trockene Laub auf den abgespeckten Felsen darunter auch noch. Dafür öffnet sich im Abstieg immer mehr der Blick auf die umliegenden Felswände, an denen teilweise auch bereits fleißig geklettert wird.



Schließlich erreiche ich das untere Ende der Bärenschützklamm. Von hier folgt der Weg nun wieder dem Verlauf des Mixnitzbachs, und auch im tief eingeschnittenen Tal liegt nun kein Schnee mehr, dafür bin ich inzwischen zu weit abgestiegen. Durch das enge Tal, vorbei an beeindruckenden Felswänden und über ein paar ziemlich schmale Brücken erreiche ich den Parkplatz der Klamm, etwas außerhalb von Mixnitz.

Der restliche Weg ist dann wenig spannend, entlang des Fahrwegs die letzten Meter hinab in den kleinen Ort Mixnitz und dort noch ein kleines Stück nach Norden zum aktuell stark an eine Baustelle erinnernden Bahnhof.



Wenige Minuten später fährt von dort mein Zug nach Graz, wo ich noch ein paar Stunden am Bahnhof verbringen darf, bevor mich der Nightjet wieder bequem nach Hause bringt.
Übersichtskarte
GPX-Track zum Download verfügbar in der Übersicht.
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.