Zentralalpenweg Tag 15: Ingering II – Bergerhube


Könnte der Herr sich bitte mal entscheiden?!

Eckdaten

  • Datum: Sonntag, 14.06.2026
  • Etappe-Nr. laut Führer: 16
  • Ausgangspunkt: Ingering II, Appartments Schlager (856m)
  • Endpunkt: Bergerhube (1199m)
  • Wegstrecke 22,0km, 1140m Aufstieg, 790m Abstieg
  • Wetter: Ständiger Wechseln von Regen und Sonne…
  • Wegpunkte: Ingering II – Ingeringsee (10,1km, 2:20h) – Kettentörl (17,3km, 5:10h) – Bergerhube (22,0km, 7:15h)
  • Gipfel: Keine

Der heutige Tag ist in zweierlei Hinsicht zweigeteilt: Zum einen der Weg, bis zum Ingeringsee relativ eben und auf der Straße, danach auf zunehmend schmalen und steilen Bergwegen über das Kettentörl. Zum anderen das Wetter, das sich wieder einmal nicht entscheiden kann und den ganzen Tag zwischen Sonne und Regen wechselt.

Hier geht’s in den Ingeringgraben.

Nach einem kurzen, noch sonnigen Marsch durch den Ort Ingering II geht es direkt hinein in den langen Ingeringgraben. Die nun folgenden gut zehn Kilometer könnte man knapp zusammenfassen mit: Man folgt der Straße, zuerst auf Asphalt, dann auf Sand, bis zum Ingeringsee.

Da war es mal trocken…
…und da nicht mehr.

Viel mehr gibt es dazu wirklich kaum zu sagen, verirren ist hier nahezu unmöglich, und wirklich viel sieht man in dem engen Tal auch nicht. Die einzige Abwechslung sind die immer wieder durchziehenden Regenschauer. Bald wusste ich daher: Wenn die Berge an der linken Flanke im Grau zu verschwinden beginnen wird es Zeit die Regenjacke wieder auszupacken… Dieses Manöver ist bis zur Ankunft am See des Öfteren nötig.

Schließlich erreiche ich den idyllisch gelegenen Ingeringsee, wo zum ersten Mal heute auch andere Wanderer anzutreffen sind. Die sind aber alle mit dem Auto hergekommen, man kann nämlich bis fast an den See fahren. Das wurde mir von meinem Gastgeber im Ort sogar angeboten, aber natürlich kommt das gar nicht in Frage.

Bank mit Badegelegenheit oder doch Hochwasser?

Der See selbst scheint etwas Hochwasser zu haben, unter anderem steht eine Bank im Wasser herum, und etwas später, nachdem ich bereits auf dem Weiterweg zum Kettentörl bin, ist auch der Weg direkt am Ufer für ein Stück überflutet. Das lässt sich aber zum Glück problemlos umgehen.

Am Ingeringsee, Blick nach Süden…
…und nach Norden. In diese Richtung geht es weiter.

Die geringe Steigung der bisherigen Strecke wird auch jetzt erst einmal beibehalten, nur dass es jetzt über schmale Pfade und Forstwege weitergeht. Zweitere sind zum Teil allerdings fast breiter als die Straße zuvor…

Der Weg verändert sich erst oberhalb von gut 1500m, wo der Wald aufhört und es über Wiesen weitergeht. Hier ist nun teilweise Weg und Markierungen suchen angesagt, sowie den schlimmsten Pfützen auf der Wiese auszuweichen.

Nach vielen Kilometern kommt das Kettentörl in Sicht.

Je weiter es in den Talschluss geht, desto mehr nimmt nun die Steigung zu und das Gelände wird zunehmend alpiner. Erste Felsen verirren sich hier sogar ins Gras. Gefühlt von Überall strömen kleine Bäche hinab ins Tal, die immer wieder überwunden werden wollen. Kurzzeitig wird der Weg sogar etwas ausgesetzt, und man könnte hier tatsächlich auch ohne größere Anstrengungen abstürzen, wenn man nicht aufpasst.

Schließlich wird es nochmal etwas flacher, bevor ein letztes Steilstück ins Kettentörl hinaufführt, welches den Übergang ins Triebental darstellt.

Rückblick vom Kettentörl.

Dort oben zieht es ordentlich und (wieder einmal…) sind dunkle Wolken vom Westen im Anmarsch. Trocken ist es aktuell aber mal wieder, und vom Kettentörl würden sich gleich zwei Gipfel zur Besteigung anbieten: Kettentalkogel und Speikleitenberg. Da es die ersten Zweitausender in direkter Umgebung des Zentralalpenwegs sind, will ich zumindest den letzteren noch „mitnehmen“. Der Anstieg ist zwar nicht markiert, aber als deutliche Spur leicht zu finden und sieht nicht zu anstrengend aus.

Unterwegs zum Speikleitenberg. Kurz nach dieser Stelle wurde es mir aber zu nass und kalt.

Keine 100 Höhenmeter später lässt mich anhaltender Regen und eiskalter Wind dieses Vorhaben aber direkt wieder aufgeben und ich marschiere zügig zurück zum Törl. Dieses verlasse ich nach Norden über einen steilen Hang absteigend.

Blick ins Triebental vom Kettentörl. Jetzt scheint schon wieder die Sonne.

Bald schon beginnen Wiesen mit Heidelbeersträuchern, die dank des Regens schon bald den Wasserstand in meinen Schuhen unangenehm erhöhen. Es folgt Wald, wo der Wegverlauf dank forstlicher Umbaumaßnahmen nicht immer ganz klar ist, hier wurden im Vergleich zu meiner Karte auch mehrere Forststraßen neu angelegt. Daran schließt ein steiler Hang an, wo der Waldbestand durch Sturm wohl vor mehreren Jahren komplett weggefegt wurde.

Ein tierisches Hindernis.
Da unten kann man schon das heutige Ziel sehen.

Schon fast unten angekommen biege ich dann falsch ab, statt irgendwo links in einen Steig abzubiegen bleibe ich auf der Forststraße, auf welcher Kettentalbach und Mödringbach zu furten sind, beim aktuellen Wasserstand trockenen Fußes nicht ganz einfach. Kurz nach der zweiten Furt treffe ich auf den Weg, den ich eigentlich erst morgen gehen sollte und folgte diesem weiter abwärts, um dann wenig später an einer Verzweigung wieder auf den richtigen Weg zu treffen.

Von dort ist es dann nur noch ein kurzes, relativ flaches Stück durch den Wald am Triebenbach entlang bis zur Bergerhube. Dort ist aufgrund des Wetters nicht viel los und ich beziehe als einziger Übernachtungsgast meinen reservierten Lagerplatz. Und bei nur 13€ Aufschlag für die Halbpension und Schnitzel auf dem Speieseplan könne ich mir die (ungeplant) heute auch.

Angekommen am Nachtquartier für heute: Die Bergerhube.
Aussicht aus dem Fenster im Lager am Abend: Die Gamskögel.

Dann bleibt nur noch zu hoffen, dass das Wetter für Morgen besser wird, da wird es nämlich deutlich höher, anspruchsvoller und ausgesetzter. Am Abend regnet es jedenfalls noch, also mal sehen.

Tourenbewertung

Informationen zu meiner Bewertung sind hier zusammengefasst.

  • Schwierigkeit 6/10 (Durchschnittlich)
  • Ausdauer 6/10 (Durchschnittlich)
  • Ausgesetztheit 4/10 (Stellenweise leicht ausgesetzt)
  • Orientierung 4/10 (Bei guter Sicht einfach)
  • Landschaft 6/10 (Ab Ingeringsee schön)

Übersichtskarte

GPX-Track zum Download verfügbar in der Übersicht.

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