Zentralalpenweg Tag 07: Mönichkirchen – Alois-Günther-Haus


Marathon mit Umwegen und Hindernissen

Eckdaten

  • Datum: Donnerstag, 05.03.2026
  • Etappe-Nr. laut Führer: Rest von 7 und 8
  • Ausgangspunkt: Mönichkirchen, 956m
  • Endpunkt: Alois-Günther-Haus, 1782m
  • Wegstrecke 31,9km, 1620m Aufstieg, 800m Abstieg
  • Wetter: Sonne, morgens kalt, später warm
  • Wegpunkte: Mönichkirchen – Niederwechsel (10,2km, 3:20h) – Hochwechsel (13,6km, 4:30h) – Feistritzsattel (22,7km, 7:20h) – Pfaffensattel (28,2km, 9:40h) – Alois-Günther-Haus (31,9km, 11:10h)
  • Gipfel: Niederwechsel (1669m), Hochwechsel (1743m), Harterkogel (1523m), Stuhleck(1782m)

Da ich die Nacht tiefer als ursprünglich geplant verbringen musste starte ich am Morgen bereits um 7 Uhr. Raus aus Mönichkirchen schlage ich auch nicht die offizielle Strecke des 02ers ein, da diese direkt durch das Skigebiet (wo aktuell auch noch Skibetrieb ist) führt, und darauf habe ich nicht so viel Lust.

Am Morgen sieht alles viel freundlicher aus, nur kalt ist es noch.

Daher nehme ich zunächst die Straße in Richtung Tränktörl, welche bald zurück in die Steiermark führt, wo ich nun auch für längere Zeit unterwegs sein werde, und anschließend die Route des Grenzlandweges 07. Dieser führt steil durch den Wald aufwärts, zunächst noch ohne Schnee. Das beginnt sich oberhalb von etwa 1200m zunehmend zu ändern und der Weg ist nun öfter schneebedeckt. Da es noch sehr kalt ist, ist die Schneedecke noch hart gefroren und daher gut zu gehen.

Auf Abwegen: Ein Stück auf dem 07er.

Bei einer Verzweigung auf 1240m entscheide ich mich, nicht am Hallerhaus vorbeizugehen, sondern das Haus und den Anstieg über die Steinerne Stiege südseitig über Weg 924 zu umgehen. Dieser führt leicht ansteigend in die Südflanke des Niederwechsels.

Eisig ist’s zum Teil. Das soll in den kommenden Tagen kein unüblicher Anblick werden…

Nachdem ich auf 1460m den Wald verlasse folge ich zunächst einem unmarkierten Weg, der relativ direkt zum Rücken des Niederwechsels führt, und nach dessen Ende gehe ich weglos über die nun komplett schneebedeckte Flanke bis zum Rücken hinauf, welchen ich bei etwa 1600m erreiche und hier auch wieder auf die offizielle Route des 02ers treffe. In wenigen Minuten erreiche ich über den sanften Rücken den Gipfel des Niederwechsels auf 1669m.

In der Flanke des Niederwechsels. Hier steige ich weglos zum Rücken hinauf…
…um dort wieder auf meinen eigentlichen 02er zu treffen.
Auf dem beinahe völlig aperen Niederwechsel
Ausblick zur Rax-Schneeberg-Gruppe im Norden

Der Weiterweg zum Hochwechsel ist von hier bereits komplett einsehbar. Dieser folgt immer dem breiten, nicht besonders steilen Verbindungsgrat zwischen den beiden Gipfeln. Auch hier oben ist der Schnee noch fest genug, dass man fast ohne einsinken darüber gehen kann. Erst auf den letzten Metern wird es etwas steiler, bevor ich das noch geschlossene Wetterkoglerhaus auf dem Hochwechsel (1743m) erreiche. Nach einer kurzen Pause und einer Inspektion des offenen Winterraums (unbedingt Isomatte und guten Schlafsack mitnehmen wenn man hier übernachten möchte!) gehe ich weiter.

Vom Nieder- zum Hochwechsel. Gute 3km sind’s noch.
Das Wetterkoglerhaus auf dem Hochwechsel.

Der Weg wendet sich am Hochwechsel nach Norden und folgt weiter dem Grat, zum Pass unter dem Umschussriegel. Hier kommen nun auch zum ersten Mal die Schneeschuhe zum Einsatz, da der Schnee hier deutlich weicher und unangenehmer zu begehen ist. Die Orientierung ist auch nicht schwierig, viele Markierungen befinden sich an Stangen über dem Schnee, und Ski- bzw. Fußspuren erledigen den Rest.

Zeit für die Schneeschuhe

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Mit zusätzlichen Höhenmetern Umschuss- und Schöberlriegel überschreiten oder durch die Ostflanke relativ eben umgehen. Ich wähle die flache Variante, und die deutlichen Spuren leiten unschwierig durch die teilweise recht steile Flanke. Allerdings lande ich aus versehen etwas zu tief und gehe entlang einer Mountainbike-Strecke statt über den Wanderweg. Beide vereinigen sich aber am Passübergang Dreiländereck auf 1560m wieder, wo die Schneeschuhe auch wieder verstaut werden können.

Durch die Flanke des Umschussriegels

Einige Meter geht es nun über die Langlaufloipe, dann zweigt rechts ein Pfad ab, dem man im Winter auch besser folgen sollte, da gehen auf den Loipen nicht gerne gesehen wird. Über den schmalen Pfad steige ich nun über Wiesen ab und übersehe dabei offenbar eine Abzweigung zur Kranichberger Schwaig. Das bemerke ich aber erst gute 100 Höhenmeter tiefer nachdem ich schon eine ganze Weile an der hier schon etwas angeschmolzenen Loipe entlang ging.

Irgendwo hier hätte ich wohl links abbiegen müssen um auf dem direkten Weg zu bleiben…

Also heißt es wieder ein Stück zurückgehen und dann noch ein Stück der Loipe nach Westen folgen, um nach ein paar wenglosen Metern durch tiefen Schnee wieder auf den richtigen Weg zu gelangen. Meine Route folgt nun dem immer noch großteils verschneiten Themenweg Forst und Jagd über einen sanften Rücken. Schließlich folgt ein steiler Abstieg, teilweise auf der hier nun bereits kaum mehr als solche erkennbaren Loipe, zum Feistritzsattel auf 1286m.

Auf dem Weg zum Feistritzsattel. In der Ferne schon das Stuhleck.

Nach der Überquerung der Straße geht es zurück in den Wald und ich steige über eine ebenfalls schon stark geschmolzene und teilkweise vereiste Loipe wieder auf. Auf 1300m wird an einer Verzweigung die Loipe nach links verlassen. Steil ansteigend führt der nun bald schmaler werdende Weg mit noch mäßig viel Schnee auf den weiten, relativ ebenen Gipfelbereich des Harterkogels.

Tiefschnee-Gegend auf dem Harterkogel

Hier muss ich bald wieder die Schneeschuhe auspacken, da man auf dem offenen, sonnigen Plateau sonst tief in den Schnee sinkt. Aber auch mit den Schneeschuhen ist das vorankommen hier oben mühsam. Über den unscheinbaren Gipfel auf 1523m steige ich dann auf stellenweise schwer zu findendem Weg in den Sattel zwischen Harterkogel und Großem Pfaff ab.

Auch hier bieten sich wieder zwei Möglichkeiten, entweder über Großen und Kleinen Pfaff, oder nordöstlich unten herum. Der Pfad hier ist schmal und nicht immer ganz eindeutig, schließlich erreiche ich aber den Sattel zwischen den beiden Pfaffen. Hier biege ich nach Norden ab und verlasse die Originalroute nochmal kurz auf eine Forststraße, welche mir nochmal einige Meter Gegenanstieg spart. Bei einem Wegkreuz kurz vor dem Pfaffensattel mündet meine Variante wieder in den normalen Weg.

Über einen nochmal kurz sehr unübersichtlichen Rücken mit tiefem, weichem Schnee steige ich dann steil in den Pfaffensattel auf 1372m ab. Hier verstaue ich die Schneeschuhe wieder und beginne dann auf der anderen Straßenseite den Anstieg zum Stuhleck. Dazu kann entweder auf einem steilen, schmalen Steig die Zufahrt zum Alois-Günther-Haus abgekürzt werden, ober man bleibt auf dieser Straße, was bei den aktuellen Verhältnissen deutlich angenehmer, wenn auch länger, ist.

Im Aufstieg zum Stuhleck wird es schon langsam dunkel

Die Straße steht in Sachen Zustand einem gut präparierten Winterwanderweg in nichts nach. Die ersten 200 Höhenmeter sind ordentlich steil, bevor die Steigung etwas abnimmt. Nach einem weiten Bogen nach Norden führt sie schließlich relativ direkt auf das bereits seit langem sichtbare Alois-Günther-Haus auf dem Gipfel des Stuhlecks zu.

Abendstimmung mit dem Ziel im Blick
Abendliche Aussicht auf die Rax im Norden

Kurz vor meiner Ankunft dort geht auch bereits die Sonne unter und ich erreiche den höchsten Punkt der Fischbacher Alpen auf 1782m so bereits in der hereinbrechenden Dunkelheit und beziehe meine Unterkunft im angenehm warmen Schutzhaus.

Übersichtskarte

GPX-Track zum Download verfügbar in der Übersicht.

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