Verwallrunde, Westteil Tag 2: Konstanzer Hütte – Darmstädter Hütte


  • Datum: 16.09.2025
  • Startpunkt: Konstanzer Hütte, 1688m
  • Endpunkt: Darmstädter Hütte, 2384m
  • Höchster Punkt: Scheibler, 2978m
  • Tiefster Punkt: Konstanzer Hütte, 1688m
  • 8,81km, 1160m Aufstieg, 540m Abstieg
  • Wetter: In der Nacht Regen, tagsüber bewölkt, in der Höhe stürmischer Wind, kalt

In felsigen Höhen

Wegverlauf in Kürze

Konstanzer Hütte (1688m) – Kuchenjoch (2730m) – Scheibler (2978m) – Kuchejoch (2730m) – Darmstädter Hütte (2384m)

Wegbeschreibung

Nach einer ruhigen Nacht während der es auch mal ordentlich regnete geht es zum Frühstück, und direkt danach als erster raus aus der Hütte. Es ist noch nass und bewölkt draußen als ich den flachen Wald hinter der Hütte durchquere und dann leicht ansteigend dem Fahrweg ins Fasultal folge.

Los geht’s. Der Boden ist noch feucht, sonst perfektes Wanderwetter.

Bei einer Brücke wird nach links abgebogen, der Fasulbach gequert und der ehemalige Standort der Konstanzer Hütte passiert bevor es steil bergauf geht.

Brücke über den Fasulbach

Über Wiesen windet sich der Steig in vielen Serpentinen den Hang hinauf, später geht es durch endlose Felder von Heidelbeersträuchern, in den höheren Lagen auch noch mit vielen reifen Beeren dran.

Blick hinauf zum Kuchenjoch, direkt unter der Sonne.
Tief unten kann man noch die Konstanzer Hütte entdecken.

Bevor es dann ins felsige Gelände geht überholen mich ein paar junge Leute, die nach mir von der Hütte aufgebrochen sind, wir unterhalten uns kurz und entdecken wenig später zusammen mit einer kleinen Gruppe, die bereits von der Darmstädter Hütte kommend im Abstieg ist eine Gruppe von vier Steinböcken etwas unter uns.

Steinböcke in Sicht!

Der Anstieg geht nun langsam in Geröll und Blockwerk über als der Steig unter den brüchigen Wänden der Kuchenspitze weiter an Höhe gewinnt. Der Wind nimmt nun auch schnell zu und es fühlt sich unangenehm kalt an, Zeit die Handschuhe aus dem Rucksack zu holen.

Aufstieg unter der Nordwand der Kuchenspitze

Über das Geröll wird schließlich ohne größere Schwierigkeiten das Kuchenjoch erreicht, welches den Übergang zur Darmstädter Hütte bildet. Von hier bietet sich die Besteigung des Scheiblers an, welche ich aufgrund des kalten Winds auch direkt angehe, während die anderen erst noch im Joch Pause machen.

Die letzten Meter ins Kuchenjoch (2730m)

Der Weg folgt vom Kuchenjoch meist dem Gratverlauf. Markierungen sind vorhanden, aber nicht immer gut. Nach den ersten, gerölligen Metern kam ich deswegen auch kurzzeitig vom richtigen Weg ab und stieg mehr oder weniger weglos durch das Schrofengelände auf. Trittsicherheit ist hier ein Muss, egal ob auf dem Weg oder daneben.

Schließlich wird eine Art Vorgipfel erreicht, von dem nun auch der restliche Wegverlauf zum eigentlichen Gipfel einsehbar ist. Dieser führt nochmal kurz etwas ausgesetzt am Grat entlang und schließlich durch einfaches Blockgelände zum Gipfel mit Kreuz auf 2978m.

Das letzte Stück am Grat zum Scheibler (2978m)

Der Wind gibt hier oben sogar einigermaßen Ruhe, und die Sicht ist in alle Richtungen außer nach Norden auch gut. Besonders beeindrucken sind Kuchenspitze und Küchlspitze direkt südlich mit ihren jeweiligen Resten von Gletschern. Auch die Darmstädter Hütte ist östlich unterhalb eines riesigen, blockgefüllten Kars zu sehen. Der Abstieg zum Kuchenjoch erfolgt auf demselben Weg, wobei ich auf dem Rückweg auch die richtigen Wegmarkierungen finde.

Blick vom Scheibler hinab zur Darmstädter Hütte
…und hinüber zur Kuchenspitze

Zurück im Kuchenjoch mache ich mich an den Abstieg zur Hütte. Dieser führt zuerst nach Osten zum beginn eines Felsriegels, über den drahtseilversichert abgestiegen wird. Diese Stelle ist recht ausgesetzt und dürfte bei Schnee und Eis ein größeres Problem darstellen. Von unten sieht die gerade überwundene Stufe erstaunlich steil und abweisend aus.

Die Schlüsselstelle am Kuchenjoch von unten. Der Weg verläuft etwa diagonal durch die Bildmitte nach links oben.
Vorbei an den Resten des Großen Kuchenferners.

Weiter geht es dann durch eine endlose Wüste aus Blöcken verschiedener Größe. Die Markierungen sind hier zwar gut, bei dichtem Nebel dürfte die Orientierung aber dennoch nicht einfach sein.

Mit einem kurzen Gegenanstieg wird schließlich ein grasiger Rücken direkt über der Darmstädter Hütte erreicht, und über diesen in wenigen Minuten bis zur Hütte abgestiegen.

Fast da.
Angekommen: Die Darmstädter Hütte (2384m)

Ich treffe gemeinsam mit zwei älteren Herren an der Hütte auf 2384m ein und werde direkt vom Hüttenwirt Andi versorgt. Für jeden, der einmal erleben möchte, wie eine „echte“ Berghütte geführt werden sollte, ist ein Besuch hier unbedingt zu empfehlen! Ich bespreche mit ihm noch meine Möglichkeiten für den Weiterweg morgen und beschließe, die Entscheidung erst morgen früh je nach Wetterlage zu treffen. Es stehen der anspruchsvolle Weg zur Friedrichshafener Hütte oder der etwas einfachere zur Niederelbehütte zur Auswahl.

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