Zentralalpenweg Tag 18: Große Windlucken – Donnersbachwald (-Stainach-Irdning)


Der Interessante Teil: Große Windlucken – Donnersbachwald

Eckdaten

  • Datum: Samstag, 08.08.2026
  • Etappe-Nr. laut Führer: 19 und 20
  • Ausgangspunkt: Unterhalb der Großen Windlucken (ca. 1830m)
  • Endpunkt: Donnersbachwald, Bushaltestelle Perwein (945m)
  • Wegstrecke 18,9km, 1160m Aufstieg, 2060m Abstieg
  • Wetter: Bewölkt aber trocken, gegen Abend sonnig
  • Wegpunkte: Große Windlucken – Kreuzkogel (1,5km, 0:50h) – Breiteckkoppe (2,1km, 1:20h) – Kreuzberg (4,0km, 2:20h) – Plientensattel (6,1km, 3:20h) – Planneralm (8,1km, 4:15h) – Goldbachscharte (10,0km, 5:20h) – Karlspitze (11,4km, 6:15h) – Michelirlingalm (13,4km, 7:00h) – Donnersbachwald/Perwein (18,9km, 8:45h)
  • Gipfel: Kreuzkogel (2109m), Breiteckkoppe (2144m), Kreuzberg (2045m), Karlspitze (2095m)

Zurück in die Zivilisation

Als ich am Morgen kurz nach Sechs aus dem Zelt schaue ist die Motivation zum Aufstehen erst mal gering: Es ist kalt, trüb und windig. Da die Chancen das Zelt noch abtrocknen zu lassen bei diesem Wetter aber gering ist stehe ich kurz danach dennoch auf und mache mich ans Zusammenpacken. Wie es mein Glück so will kommt noch während ich dabei bin die Sonne raus. Bis zum Abmarsch ist der Nebel bis in die höheren Lagen bereits verschwunden und ich kann nun auch mein erstes Ziel, den Kreuzkogel, wieder sehen.

Beim Abbau sieht es noch trüb aus…
…5 Minuten später schon nicht mehr.

Nach den wenigen Metern zurück zum Weg in die Große Windlucken geht es wie gestern direkt am Grat entlang weiter. Dieser ist hier breit und gut zu gehen und führt in Kürze hinauf zum ersten Gipfel des heutigen Tages, dem Kreuzkogel.

Wieder am Grat. Nur der Kreuzkogel versteckt sich noch in der Wolke.
Auf dem Kreuzkogel, Blick in den hintersten Bretsteingraben mit seinen vielen Seen.

Hier dreht der Weg nun kurz mehr nach Süden, um über einen flachen Sattel zur Breiteckkoppe anzusteigen, welche nur kurz nach dem Kreuzkogel erreicht ist. Von hier geht’s nun wieder fast genau nach Westen über einen Vorgipfel und dann steil über den breiten Rücken hinab in die breite, flache Einsattelung vor dem Kreuzberg.

Weiter zur Breiteckkoppe.
Auf der Breiteckkoppe. Rechts hinten der Kreuzberg.
Der steile Abstieg und der anschließende breite Sattel zum Kreuzberg, ganz am rechten Bildrand der Hintergullingspitz.

Auf dieser Ebene finden sich nochmal einige Stellen, die sich auch als Biwakplätze angeboten hätten, vor allem im Bereich des Krottensees vor dem Aufstieg zum Kreuzberg. Und dieser Anstieg erwartete mich jetzt. Steil ist der, nicht ganz so arg wie der zum Hochschwung gestern, und bei weitem nicht so ausgesetzt, aber dennoch anstrengend.

Vom Gipfel ist nun auch erstmals die Bergstation des Skilifts von der Planneralm zum Großen Rotbühel zu sehen, bei welcher mein Weg in den Kessel der Planneralm hinabführen wird. Davor liegt allerdings noch der Hintergullingspitz im Weg. Der markierte Weg führt auch da oben drüber, da es aber eine deutliche Spur gibt, die den Gipfel mit gut 100 Höhenmetern weniger Aufstieg westseitig umgeht nehme ich das Angebot an und gehe untenrum.

Der Pfad dort ist leicht zu finden und meistens gut ausgetreten, nur an ein paar Stellen muss man sich etwas durch aggressive Vegetation schlagen. Etwas unangenehm ist, dass da auf der Schattenseite noch alles sehr feucht ist und sich bald einiges Wasser in den Schuhen sammelt. Dieses sollte ich dann auch bis zum Abend nicht mehr ganz loswerden.

Unter dem Plientensattel. Der letzte Anstieg zur Planneralm wartet.

Knapp unter dem Plientensattel treffe ich dann auch wieder auf einen markierten Wanderweg – und zum ersten Mal auf der ganzen Strecke auf einen Bach mit fließendem Wasser. Der Sattel ist dann in Kürze erreicht, von den dann ein letzter, steiler Anstieg etwa 100 Höhenmeter hinauf zum Übergang beim Großen Rotbühel führt.

Der Abstieg zur Planneralm beginnt so, führt aber bald auf die Skipiste…

Dort beginnt der Abstieg zur Planneralm, der immer etwa dem Skilift bzw. der Piste folgt. Schließlich erreiche ich so die Häuser der Planneralm, wo mir auch das erste Mal seit der Edelrautehütte wieder Menschen begegnen.

Laut Führer wäre hier das Ende von Etappe 19 erreicht, es ist aber noch nicht einmal Mittag und die Unterkunftssituation hier ist nach meinen Recherchen im Internet alles andere als günstig. Also geht es nach einer kurzen Einkehr auf Kuchen und Getränke beim Gasthaus Grimmingblick direkt weiter.

Rückblick zur Planneralm, der Abstieg führte weiter rechts über die Piste.

Es steht nun der Anstieg zur Goldbachscharte an, und mit Kuchen im Magen geht der nun auch wieder deutlich leichter. Während Wasser gestern Mangelware war führt der Weg nun längere Strecken regelrecht direkt durch einen Bach. Vorbei an einer Gruppe Männer, die damit beschäftigt sind Stiefel-Zielwerfen zu betreiben passiere ich den etwas unglücklich benannten Kothüttensee.

Vorbei am Kothüttensee. Bin ich der einzige, den der Name an Scheißhaus erinnert?

Bei einer kurzen, felsigen Passage kommt mir noch eine ganze Gruppe älterer Leute entgegen, dann folgt noch ein etwas steilerer Hang und schon stehe ich wieder oben am Grat, in der Goldbachscharte.

In der Goldbachscharte. Unten der Goldbachsee, links darüber das Schreinl.

Der Weg bleibt dann auch auf dem Grat und führt mit etwas auf und ab nicht sonderlich schwierig zur bereits sichtbaren Karlspitze. Es zieht sich dann zwar noch etwas, aber schließlich stehe ich am Gipfel. Nur den angepriesenen Ausblick bis in die Hohen Tauern kann ich nicht genießen, da hängen leider dichte Wolken davor.

Kurz vor der Karlspitze, rechts davon die Karlscharte.
Auf der Karlspitze.
Vom Gipfel soll man bis in die Hohen Tauern sehen können – leider haben heute die Wolken etwas dagegen.

Vom Gipfel wäre ich dann fast in die falsche Richtung gegangen, denn der Weg führt erst kurz in die „falsche“ Richtung (Norden), bevor es dann ab der Karlscharte nach Süden geht. An die Scharte schließt sich eine lange, leicht abfallende und teilweise ziemlich ausgesetzt im steilen Hang verlaufende Querung an, bevor es etwas steiler über Wiesen abwärts geht und mehrere Bäche überquert werden. Kurz danach sind auch schon die Gebäude der Michelirlingarlm erreicht.

Die Michelirlingalm.

Dort geht es zuerst kurz auf der Forststraße talauswärts, bevor zwei Kehren über schmale Wege abgekürzt werden. Es folgt ein längeres Stück auf der Straße, dann nochmal eine recht steile Abkürzung einer weiten Schleife. Am daran anschließenden Straßenstück verpasse ich dann auch noch eine Abkürzung (muss bei einem einsamen Bauernhof gewesen sein…), was mir den Weg um gut 500m verlängert. In einer letzten Kehre geht es dann hinab an den Plotscherbach und kurz danach raus aus dem Wald.

Zum ersten Mal ist das heutige Ziel in Sicht.

Vorbei am Perweinhof führt die nun asphaltierte Straße die letzten Meter hinab zur Glattjoch-Bundesstraße, welche ich direkt bei einer Bushaltestelle erreiche. Ein Bus fährt da die nächsten fünf Wochen aber nicht, es sind Sommerferien in der Steiermark, und der fährt nur an Schultagen. Statt also nach links der Straße die letzten Meter hinauf nach Donnersbachwald zu folgen geht es hier nun direkt nach rechts, um den langen Abstieg zum nächsten Bahnhof anzutreten.

Angekommen an der Straße, direkt an der Bushaltestelle Ghf. Perwein. Beim nächsten Mal geht’s in diese Richtung weiter, hinein nach Donnersbachwald.

Der lästige Teil: Donnersbachwald – Stainach-Irdning

Eckdaten

  • Datum: Samstag, 08.08.2026
  • Ausgangspunkt: Bushaltestelle Perwein, Donnersbachwald (945m)
  • Endpunkt: Bahnhof Stainach-Irdning (642m)
  • Wegstrecke 18,4km, 390m Aufstieg, 690m Abstieg
  • Wetter: Sonnig und heiß
  • Wegpunkte: Donnersbachwald – Donnersbach (8,5km, 2:00h) – Irdning (14,9km, 3:40h) – Bahnhof Stainach-Irdning (18,4km, 5:00h)

Über den Abstieg lässt sich erst einmal wenig gutes Sagen. Auf den ersten gut 5 Kilometern führt kein Weg an der Hauptstraße vorbei. Zum Glück hält der Verkehr sich in Grenzen.

Erst kurz vor dem Ortsteil Fuchsberg kann an einer unbeschilderten Abzweigung auf den von der Donnersbachklamm kommenden Wanderweg gewechselt werden. Dieser führt dann mit einer kurzen Gegensteigung deutlich ruhiger und angenehmer bis nach Donnersbach.

Durch den Ort ist dann wieder Straße angesagt, erst ganz am Ende gibt es wieder eine Alternative, zuerst über Wiesen, dann durch den Wald und schließlich auf einer ruhigen Nebenstraße zu einer Abzweigung, wo ich nochmal falsch (rechts) gehe und nochmal einen guten Kilometer extra einsammle.

Dann geht’s aber endlich hinein nach Irdning. Dort würde es sogar einen Bus zum Bahnhof geben, aber nicht mehr um 19 Uhr Abends. Mir bleibt also nichts anderes übrig als den Ort an der Kirche vorbei zu durchqueren und dann über einen elendig langen, schnurgeraden Feldweg hinüber nach Stainach zu gehen. Dort sind dann noch Enns zu über- und Schnellstraße zu unterqueren, bevor ich bereits im dunklen noch etwas den Gleisen zur Unterführung direkt zum Bahnhof folge.

So ziemlich der einzige lohnende Anblick auf dem Weg runter: Der Grimming zum Sonnenuntergang, kurz vor Stainach.

Zwei Stunden rumsitzen ist danach angesagt, bevor ich mit dem letzten Zug des Tages nach Bad Aussee fahre. Und da schlafe ich dann erst mal fünf Stunden auf dem Boden des Warteraums im Bahnhof. Wieso? Ganz einfach – ohne Nacht am Bahnhof hätte es nur noch einen Sitzplatz im Nightjet für gute 80€ gegeben, und meine Erfarung zeigt, dass man da nicht gut schläft. Da fahre ich dann doch lieber am nächsten Morgen 1. Klasse für den halben Preis und bekomme davor auch noch etwas Schlaf. Hat dann trotz knapper Umsteigezeiten auch alles perfekt funktioniert, gegen 13 Uhr war ich zurück beim Auto in Vorarlberg.

Tourenbewertung

Informationen zu meiner Bewertung sind hier zusammengefasst.

  • Schwierigkeit 4/10 (Durchschnittlich)
  • Ausdauer 8/10 (Anspruchsvoll)
  • Ausgesetztheit 4/10 (Wenig ausgesetzt)
  • Orientierung 6/10 (Stellenweise schlecht markiert)
  • Landschaft 8/10 (Ausgezeichnet)

Übersichtskarte

GPX-Tracks verfügbar zum Download in der Übersicht.

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