Teil 1 – Anreise mit Hindernissen: Hohentauern – Edelrautehütte
Eckdaten
- Datum: Donnerstag 06.08.2026
- Etappe-Nr. laut Führer: Rest von 17
- Ausgangspunkt: Hohentauern, Mautstelle zur Edelrautehütte (1240m)
- Endpunkt: Edelrautehütte (1725m)
- Wegstrecke 4,0km, 560m Aufstieg, 40m Abstieg
- Wetter: Bei Ankunft Regen, später bewölkt
- Wegpunkte: Mautstelle – Edelrautehütte (4,0km, 1:15h)
- Gipfel: Keine
Eigentlich war meine Planung wasserdicht, aber am Ende lief dann mal wieder alles anders als gedacht. Abfahrt war morgens um kurz nach 5 mit dem Railjet und bis Wörgel sah auch alles gut aus, aber dann führte eine Sperrung im Deutschen Eck und die daraus resultierende Umleitung des Zugs über Zell am See und Bischofshofen zu fast 90 Minuten Verspätung. Damit waren alle passenden Anschlussmöglichkeiten ab Salzburg oder Linz zum Bus nach Trieben hinfällig. Es blieben nur die Optionen über Judenburg zu fahren und erst nach 18:30 anzukommen, oder in den sauren (teuren) Apfel zu beißen und ab Trieben ein Taxi nach Hohentauern zu bestellen.
Option Zwei war die Wahl, damit ich noch zu einer vernünftigen Zeit auf der Hütte ankommen konnte. Dafür kosteten mich die letzten 10 Kilometer der Strecke fast gleich viel wie der ganze Rest davor zusammen…
Jedenfalls stand ich schließlich gegen 16 Uhr am kleinen Parkplatz bei der Mautstelle der Straße zur Edelrautehütte im etwa 30 Minuten davor einsetzenden, strömenden Regen. Der Fahrer meinte noch das würde jetzt wohl ein paar Stunden anhaltend regnen, also machte ich direkt mich und den Rucksack wasserdicht.
Für die ersten Meter blieb ich auf der Straße, die noch kurz asphaltiert, dann bald aber nur noch geschottert ist. Zuerst steil, dann flacher geht es an den Drei Lacken vorbei, bevor bei einer Kehre ein Übergang zum Wanderweg möglich ist.
In der Hoffnung auf dem Wanderweg etwas besser durch Bäume vor dem Regen geschützt zu sein biege ich ab. Das funktioniert im eher lichten Wald aber nur mäßig. Dafür spare ich mir so etwas Weg bevor ich weiter oben wieder auf die Straße treffe, ihr kurz folge und dann nochmal auf den Wanderweg abbiegen kann. Inzwischen hörte der Regen auch schon wieder auf.

Dieser endet schließlich am Parkplatz der Hütte, von wo die letzten Meter über Treppenstufen und schließlich eine Wiese zurückgelegt werden und wenig später stehe ich am Eingang der Edelrautehütte, wo ich von zwei jungen Damen mit großer Freude empfangen werde.

Nachdem ich mein Lager zugeteilt bekam und meine nassen Sachen ablegen konnte gibt es noch einen ordentlichen Schweinsbraten zum Abendessen bevor ich ein Frühstück zum Mitnehmen für den nächsten Morgen vereinbare und mich früh ins Lager zurückziehe um Schlaf nachzuholen und für den folgenden, langen Tag ausgeruht zu sein.
Teil 2 – Über sieben Gipfel musst du geh’n: Edelrautehütte – Große Windlucken
Eckdaten
- Datum: Freitag 07.08.2026
- Etappe-Nr. laut Führer: 18
- Ausgangspunkt: Edelrautehütte (1725m)
- Endpunkt: Unterhalb der Großen Windlucken (ca. 1830m)
- Wegstrecke 19,2km, 2220m Aufstieg, 2080m Abstieg
- Wetter: Morgens bewölkt, dann sonnig und warm, am Abend Gewitter
- Wegpunkte: Edelrautehütte – Großer Hengst (1,7km, 1:20h) – Kleiner Bösenstein (4,1km, 2:45h) – Perzwurzpolster (5,9km, 4:15h) – Zinkenkogel (7,5km, 5:30h) – Reiterecksattel (9,7km, 6:20h) – Hochschwung (10,9km, 7:50h) – Schattnerzinken (12,9km, 9:00h) – Seitnerzinken (15,4km, 10:15h) – Schrattnerkogel (16,8km, 11:00h) – Kleine Windlucken (18,2km, 11:30h) – Große Windlucken (19,2km, 11:50h)
- Gipfel: Großer Hengst (2159m), Kleiner Bösenstein (2395m), Zinkenkogel (2233m), Hochschwung (2196m), Schattnerzinken (2156m), Seitnerzinken (2164m), Schrattnerkogel (2104m)
Heute steht eine der beiden Etappen an, die im Führer mit über 2000 Höhenmetern Aufstieg veranschlagt sind. Die andere habe ich seit der Gleinalm ja bereits hinter mir, aber heute werden da nochmal ein paar Meter draufgelegt.
Deswegen ist auch ein früher Start um 6 Uhr nötig. Da für den Morgen Regen angekündigt war und es auch in der Nacht viel geregnet hatte wollte ich nicht noch früher starten. Als ich dann um kurz nach Sechs aus der sonst noch komplett (inklusive Personal) schlafenden Hütte trete ist es aber von oben bereits trocken.

Vor der Hütte muss ich kurz suchen, bevor ich etwas den Fahrweg hinab gehe und dann nach rechts direkt in den Anstieg zum Großen Hengst einbiege. Dieser führt zunächst kurz den Hang hinauf, bis bei einer Feuerstelle der Grat erreicht wird.


Der restliche Anstieg folgt nun immer fast direkt dem Grat, ist teilweise recht steil, aber nicht schwierig. Vom Gipfel des Großen Hengst ist dann auch der Weiterweg zum Kleinen Bösenstein einsehbar. Dieser verläuft weiter fast immer am Grat.

Vom Gipfel müssen zuerst ein paar Meter abgestiegen werden, dann folgt ein relativ flaches Stück, bevor der steile Anstieg zu einem Vorgipfel auf etwa 2320m beginnt. Von diesem führt der Weg nun nach Norden über den deutlich flacheren Grat ohne große Schwierigkeiten zum Gipfel des Kleinen Bösensteins.

Kurz danach teilt sich der Grat, nach rechts zum Großen Bösenstein und Links mein Weg hinab über die Perwurzleiten. Dabei handelt es sich um einen steilen, schmalen Grat, der öfters in die nördliche Flanke ausweichend begangen wird. Der Weg wird hier deutlich schmaler und anspruchsvoller, im ausgestzten Gelände ist Trittsicherheit nötig. Teilweise müssen auch abschüssige Platten überquert werden, die vom nächtlichen Regen noch feucht und damit rutschig sind. Schließlich flacht der Steig durch einige Latschenfelder ab und quert zuletzt fast eben in den Sattel des Perwurzpolsters.


Etwas östlich unterhalb liegt der trotz Hitze noch wasserführende Geißrinksee, der sich bei Bedarf als guter Zeltplatz anbieten dürfte. Dafür ist es aber noch deutlich zu früh, ich steige nun den steilen Grashang unter dem Perwurzgupf hinauf, hinter dem sich direkt der Antieg über den Gipfelaufbau des Zinkenkogels anschließt.



Von dessen Gipfel geht es weiter nach Osten, zunächst kurz hinab, anschließend wenig steil über den unbedeutenden Wagnerplankogel und dann hinab in den relativ breiten Reiterecksattel.

Der folgende Anstieg über den Geierkogel zum Hochschwung ist bereits von unten einsehbar und wirkt schon auf den ersten Blick nicht einfach. Zuerst wird der unbedeutende Gratzacken des Kleinen Geierkogels überwunden, bevor in der daran anschließenden Scharte der steile, grasige Grat über den Großen Geierkogel ansetzt. Drahtseile helfen hier mehrfach über sehr steile, ausgesetzte Gras-Fels-Stufen. Nach dem Großen Geierkoge, einem wenig herausragenden Felskopf auf dem Grat, wird dieser zwar flacher, bleibt aber noch ein Stück weiter ausgesetzt, bevor er auf dem breiten Rücken des Hochschwung ausläuft und über diesen deutlich einfacher zum Gipfel führt.



Dieser scheint deutlich öfter begangen zu werden als die anderen Gipfel auf dem Weg, im Gipfelbuch waren viel mehr Eintragungen vorhanden. Mag daran liegen, dass er von einem Parkplatz im Tal in nur etwa 3 Stunden erreichbar ist. Über diesen Weg geht es für mich dann auch hinab in den nächsten, namenlosen Sattel, doch statt dann rechts hinab zum Parkplatz irgendwo im Tal zu steigen gehe ich geradeus weiter und aufwärts. Über zwei Gratzacken erreiche ich den recht flachen Rücken knapp unter dem Schattnerzinken.


Der Gipfel selbst wird vom markierten Weg nicht berührt, aber da es nur ein paar Meter Umweg sind nehme ich den auch noch mit bevor ich mich an den nächsten Abstieg mache. Dieser führt zu einem weiteren, namenlosen Sattel mit einem kleinen Tümpel. Generell gibt es hier oben viele dieser kleinen Teiche, in der aktuellen Hitzewelle ist davon aber oft nicht viel mehr als ein schlammiges Loch übrig und selbst mit meinem Wasserfilter nicht als Trinkwasser geeignet. Zumindest einer davon gibt aber noch etwas brauchbares Wasser her.

Direkt daran schließt der nächste Aufstieg an, und auch dieser wartet wieder mit mehreren zusätzlichen Vorgipfeln auf. Wie bisher auch immer bleibt der Weg fast direkt oben am Grat und somit wird auch jeder dieser Zacken mitgenommen. Erst nach dem dritten davon geht es dann endlich hinauf zum Seitnerzinken. Von dort oben kann man den Weiterweg über die Windlucken bis zum Kreuzkogel einsehen, und im Blick zurück meine ich, sogar noch den Bösenstein erkennen zu können.

Es folgen dann wieder gut 200 Höhenmeter Abstieg bis in einen Sattel, wo sogar etwas Zivilisation in Form eines Weidezauns und ein paar Kühen zu finden ist – das erste Mal heute seit dem Abmarsch bei der Hütte. Aus dem Sattel geht’s auch gleich wieder aufwärts, der nächste Gipfel wartet bereits, dieser allerdings weniger hoch und weniger steil. Mit inzwischen aber gut 2000 angesammelten Höhenmetern in den Beinen zieht sich das trotzdem.

Im daran anschließenden, relativ sanften Abstieg zur Kleinen Windlucken ziehen zunehmend dunklere Wolken auf. Und südlich unten im Tal kann ich die Schwaberger Alm sehen, wo sich die einzige Unterkunftsmöglichkeit des Tages befinden würde. Da ich die 300 Höhenmeter runter und rauf dafür aber gerne vermeiden möchte, ist der Plan nun bald an einer geeigneten Stelle ein Biwak aufzuschlagen.

In der Kleinen Windlucken angekommen würden sich dort dafür direkt einige Stellen anbieten, nur leider gibt es dort kein Wasser, was für spätestens morgen aber absolut notwendig ist. Nur von oben kommt nun langsam etwas Feuchtigkeit, es fängt an leicht zu regnen. Beim Blick zurück bemerke ich, dass aus Richtung Osten noch deutlich mehr Regen im Anflug ist. Bei der Großen Windlucken kann ich auf der Karte einen guten Zeltplatz entdecken, und hoffe, dass sich der Weg dahin noch trocken ausgeht.
Dieser führt nun nur noch leicht ansteigend über eine mit Latschen bewachsene Kuppe am Grat. Der Weg an sich ist nicht schwierig, nur versuchen einen die Sträucher immer wieder von dem schmalen Steig herabzudrängen, stellenweise muss man sich da etwas durchkämpfen.

Von etwas oberhalb sehe ich dann einen perfekten Zeltplatz etwa 20 Höhenmeter südlich unterhalb der Großen Windlucken, und steuere diesen angesichts immer näher kommender Regenwolken so zügig es noch geht an.
Noch während ich dabei bin, das Zelt aufzustellen nimmt der Regen bereits zu, und kaum sitze ich drin um Schlafsack und Isomatte aufzubauen beginnt es auch nicht weit entfernt zu gewittern. Zum Glück steht mein Zelt hier recht gut geschützt. Die nächsten zwei Stunden schüttet es dann aber anhaltend, und ich hoffe nur, dass das bereits ziemlich in die Jahre gekommene Zelt dicht hält.
Irgendwann schlafe ich dann ein, es schien aber bis nach Mitternacht mit nur wenigen Pausen fast durchgehend zu regnen. Bis auf eine kleine Stelle beim Eingang bleibt das Zelt aber trocken, bzw. die Feuchtigkeit im Inneren entsteht nur durch Kondensation statt von Außen einzudringen.
Damit bleibt mir nur zu hoffen, dass es bis zum Morgen wieder trockener wird.
Tourenbewertung
Informationen zu meiner Bewertung sind hier zusammengefasst.
- Schwierigkeit 7/10 (Anspruchsvoll)
- Ausdauer 10/10 (Sehr Anspruchsvoll)
- Ausgesetztheit 7/10 (Erfordert stellenweise gute Trittsicherheit)
- Orientierung 6/10 (Stellenweise schlecht markiert)
- Landschaft 10/10 (Ausgezeichnet)
Übersichtskarte
GPX-Track verfügbar zum Download in der Übersicht.

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