Wer muss schon planen, wenn man laufen kann?
Eckdaten
- Datum: Montag, 15.06.2026
- Etappe-Nr. laut Führer: 17
- Ausgangspunkt: Bergerhube (1199m)
- Endpunkt: Hohentauern, Abzw. Edelrautehütte, bzw. Bahnhof Trieben
- Wegstrecke 26,9km (davon 10km Abstieg bis Trieben), 1610m Aufstieg (davon 60m Abstieg bis Trieben), 2110m Abstieg (davon 630m Abstieg bis Trieben)
- Wetter: Am Morgen Regen und Bewölkt, später Sonne
- Wegpunkte: Bergerhube – Knaudachtörl (5,4km, 2:20h) – Triebentörl (7,0km, 3:15h) – Sonntagskogel (8,5km, 4:20h) – Geierkogel (10,0km, 5:20h)- Hohentauern/Hotel Moscher (16,9km, 8:05h) (- Trieben (26,9km, 10:55h))
- Gipfel: Sonntagskogel (2229m), Geierkogel (2231m)
Heute steht der letzte Tag des aktuellen Abschnitts am Zentralalpenweg an. Mit Hohentauern gibt es hier nämlich einen Endpunkt, der sich vernünftig mit öffenlichen Verkehrsmitteln erreichen lässt. Dachte ich jedenfalls, dazu später mehr.
Am Morgen hängen beim Frühstück, das mir vom Wirt im Kühlschrank vorbereitet wurde, noch dicke Wolken am Himmel und es regnet leicht. In der Hoffnung, dass es später trocken wird breche ich auf.

Zunächst folge ich einige Minuten dem Weg von Gestern in Gegenrichtung, bis der Steig zur Mödringalm nach rechts abzweigt. Auf den ersten Höhenmetern steigt dieser noch recht sanft an und bald schon hört auch der Regen auf, das Gras und die Sträucher am Weg sind jedoch von der Nacht so nass, dass mir bald wieder das Wasser in den Schuhen steht. Daran ändert sich so bald auch nichts.


Nach dem Erreichen der Mödringalm wird der Steig schmaler und steiler. Durch zum Teil kniehohe Heidelbeersträucher steige ich der Waldgrenze im Tal zwischen Königin und Kleinem Grießstein entgegen. Es folgen grüne Strauchheiden und ein paar kleine Seen, bevor das Gelände schon in Sichtweite des Knaudachtörls langsam felsiger wird.

Als letztes folgt eine ansteigende Querung eines steilen Hangs, und hier wird der Weg auch zum ersten Mal seit Hainburg wirklich ausgesetzt. Schließlich stehe ich oben am Knaudachtörl und damit zum ersten Mal am Zentralalpenweg auf über 2000m. Die Sicht öffnet sich nun auf die andere Seite, aber da hängen noch ziemlich dichte Wolken über den Gipfeln, aber auch im Triebener Törl, meinem nächsten Wegpunkt.


Der Weg dahin ist im Führer als bei Nässe heikel und anspruchsvoll beschrieben, was beim Wetter in den letzten Tagen Grund zur Sorge gab. Inzwischen ist es aber schon seit gut 2 Stunden trocken. Die ersten Meter sind dann auch einfach, ein kurzer Abstieg in den Kessel unter dem Kleinen Grießstein. Es geht nun eine ganze Weile leicht ansteigend unter den beiden Grießsteinen entlang. Die Markierung ist hier teilweise etwas sparsam, einmal verliere ich kurz den Weg und muss ihn 20 Meter über mir suchen gehen. Schwierig ist hier aber bisher nichts, nur schlechte Sicht dürfte diesen Teil sehr unangenehm machen.

Gegen Ende der Querung zum Triebener Törl folgen erstmals größere Blockfelder, die etwas mühsam zu überqueren sind und auch einige Aufmerksamkeit erfordern. Übermäßig anspruchsvoll ist aber auch dieser Teil nicht und ich erreiche ohne weitere Probleme zuletzt fast eben das Triebener Törl.


Inzwischen kam auch immer wieder mal das nächste Ziel, der Sonntagskogel aus den Wolken hervor. Da es bisher immer wieder recht windig war, mache ich mir etwas Sorgen, da die nächsten Stunden fast dauernd ausgesetzt auf diversen Graten verlaufen. Der Weg zum Sonntagskogel hält sich aber immer ein paar Meter unter dem Grat in der Südflanke, vom Wind merkt man da gar nichts. Ausrutschen ist in den steilen Grashängen aber nun völlig verboten.

Auf etwa 2100m Höhe folgt eine kleine Einsattelung, von welcher aus der Gipfelaufbau des Sonntagskogels gut einsehbar ist. Der restliche Weg hinauf ist mit großem Abstand der anspruchsvollste Abschnitt bisher. Steil und ausgesetzt führt er etwas unter dem Grat die steile Flanke hinauf, immer wieder müssen nun auch die Hände zum Einsatz kommen.

Erst kurz vor dem Gipfel flacht der Weg etwas ab und wird wieder einfacher. Oben erwartet mich schließlich ein winziges, sehr schiefes Gipfelkreuz (habe es wieder aufgerichtet) sowie eine gute Aussicht auf mein nächstes Ziel, den Geierkogel.

Bevor es zu diesem geht kommt aber zuerst ein steiler Abstieg über den deutlich breiteren Nordgrat ins Weingrubentörl dran. Von dort steigt der Weg direkt wieder zu einem namenlosen Vorgipfel an, der unterhalb gequert wird, dann folgt ein Aufstieg, der dem auf den Sonntagskogel sehr ähnlich ist, allerdings etwas weniger steil und etwas leichter.

Oben am Geierkogel sehe ich aus der Ferne ein paar Steinböcke herumspringen, bis zu meiner Ankunft sind die aber schon längst verschwunden. Dafür kommt nun immer mehr die Sonne heraus und der im Weingrubentörl noch starke Wind lässt dafür immer weiter nach.



Auch am Geierkogel stellt sich die Rückseite als die freundlichere heraus, es geht zuerst recht flach über den breiten Rücken dahin, bis dieser sich nochmal kurz zu einem schmalen, felsigen Grat verengt, der etwas Vorsicht erfordert, auch was die Orientierung betrifft. Es ist nicht immer eindeutig, wo genau der Weg verlaufen soll. Dann aber ist es mit den Schwierigkeiten vorbei, der Rücken wird flach und breit, bald schon verdrängen Sträucher die Felsen. Erst durch Heidelbeeren, dann durch Latschen führt der Weg angenehm abwärts, bis die Waldgrenze wieder erreicht ist und ich wenig später auf die ersten Spuren der Zivilisation in Form eines Skilifts treffe.




Von diesem wird kurz steil das oberste Stück der Piste abgestiegen, bis eine Forststraße erreicht ist, welche nun vorbei an einem weiteren Skilift bis knapp oberhalb von Hohentauern zu einer Abzweigung führt, von welcher es nun zwei Varianten gibt: Weiter auf der Straße direkt in den Ort, oder über einen schmalen Fußweg zum Hotel Moscher an der Passstraße.
Jetzt ist es höchste Zeit mal zu planen, wie ich eigentlich später nach Hause komme. Und da stelle ich fest, dass es in Hohentauern sehr seltsame Busfahrpläne gibt. Zwischen 14:30 und 18:30 fährt nämlich gar nichts. Meine Ankunft im Ort liegt genau in der Mitte. Recht schnell ist daher der Entschluss gefasst, zu Fuß noch weiter nach Trieben zu gehen und dort den Zug zu nehmen. Zeit spart mir das auf dem Heimweg zwar keine, aber so muss ich zumindest nur einmal rumsitzen und warten.
Damit ist dann auch entschieden, dass ich den Weg Richtung Hotel Moscher einschlage. Dieser führt durch das „Zwergendorf“ im Wald, mit mehreren noch sehr neu wirkenden Aussichtsplattformen und schließlich am Rand einer Skipiste zuletzt recht steil hinab an die Passstraße beim Hotel, das im Sommer wohl geschlossen ist.

Beim Skilift überquere ich die Straße und steige auf der anderen Seite in nördlicher Richtung die letzten Meter in den Talboden ab. Bei einem Hotel mit Sportplätzen zweigt der Aufstieg zur Edelrautehütte ab. Da geht es dann beim nächsten Mal weiter.
Für mich steht jetzt dagegen noch der Abstieg nach Trieben an. Dazu geht es zuerst recht eben zum Pfahlbaudorf und an den dortigen Teichen vorbei. Wenig später passiere ich das Bergbaumuseum am Kristallsee. Anschließend geht es in das tiefe Tal zwischen Triebenstein und Lärchkogel. Der Weg folgt immer dem Sunkbach, bis dieser unter einer Bergsturzhalde verschwindet. Diese wird mit einer kurzen Gegensteigung überwunden, und dann geht es steil ins plötzlich sehr tiefe Tal hinab.

Beim Kraftwerk Sunkbach treffe ich wieder auf die Straße, bleibe dann aber auf der westlichen Seite des Triebenbachs, womit sich der Asphalt vorerst noch vermeiden lässt. Die folgenden Höhenmeter bis zum Ortsanfang von Trieben sind allerdings trotzdem steil und etwas unangenehm.

Schließlich erreiche ich nach der Unterquerung einer Straßenbrücke den Ort Trieben. Der restliche Abstieg führt nun durch den Ort hinab, wo ich noch einen kurzen Abstecher zum örtlichen Spar einlege um mir ein paar Vorräte für den Heimweg zu besorgen. Dann lege ich die letzten Meter zum Bahnhof zurück, wo ich in den warmen Abendsonne noch gut zwei Stunden auf den Zug nach Linz warten darf, von wo es dann wieder mal per Nightjet nach Hause geht.
Tourenbewertung
Informationen zu meiner Bewertung sind hier zusammengefasst.
- Schwierigkeit 7/10 (Anspruchsvoll)
- Ausdauer 6/10 (Durchschnittlich)
- Ausgesetztheit 7/10 (Erfordert stellenweise gute Trittsicherheit)
- Orientierung 5/10 (Abschnitt Knaudachtörl-Triebener Törl teilweise schlecht markiert)
- Landschaft 9/10 (Ausgezeichnet)
Übersichtskarte
GPX-Track verfügbar zum Download in der Übersicht.

Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.