Zentralalpenweg Tag 13: Gleinalm-Schutzhaus – Knittelfeld


Von der Alm in die Stadt

Eckdaten

  • Datum: Freitag, 12.06.2026
  • Etappe-Nr. laut Führer: 14
  • Ausgangspunkt: Gleinalm-Schutzhaus (1586m)
  • Endpunkt: Knittelfeld, Hotel Gewerkenschlössl (645m)
  • Wegstrecke 30,5km, 860m Aufstieg, 1790m Abstieg
  • Wetter: Bewölkt, windig, wenige kurze Regenschauer
  • Wegpunkte: Gleinalm-Schutzhaus – Rossbachkogel (1,8km, 1:00h) – ehem. Zeißmannhütte (5,0km, 1:45h) – Oskar-Schauer-Sattelhaus (9,2km, 2:50h) – Stierkreuz (11,4km, 3:30h) – Krennsattel (15,7km, 4:50h) – Steinplan (17,7km, 5:45h) – Murbrücke Landschach (26,6km, 8:40h) – Knittelfeld (30,5km, 9:45h)
  • Gipfel: Rossbachkogel (1846m), Steinplan (1670m)

Gestern wurde die 300km-Marke überschritten, damit liegt nun bereits das erste Viertel des Zentralalpenwegs hinter mir. Das war allerdings auch nur das technisch und alpinistisch am wenigsten anspruchsvolle Viertel. Bevor es aber bald mit den Niederen Tauern in die ersten „richtigen“ Berge geht steht heute der lange Abstieg zum (geographischen) Tiefpunkt an, so weit hinab wie im Murtal komme ich nämliche erst wieder viele Kilometer später im Zillertal.

Beim stöbern im Hüttenbuch vor dem Abmarsch entdecke ich einen Eintrag von zwei anderen Zentralalpenwegs-Wanderen von vor ein paar Tagen – das erste Zeichen, dass ich tatsächlich nicht der Einzige bin, der hier unterwegs ist.

Die Wallfahrtskirche Maria Schnee direkt neben dem Schutzhaus.

Dann geht’s los, immerhin habe ich noch einen langen Weg vor mir. Und auch wenn mein Ziel heute weit unten liegt, geht es als erstes aufwärts. Und zwar ordentlich. Beim steilen Anstieg aus dem Gleinalmsattel über den bewaldeten Hang des Rossbachkogels merke ich noch jeden der 2000 Höhenmeter von gestern in den Beinen. Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen nach einen kurzen, ebenen Stück auf einem Rücken auch noch den Gipfel „mitzunehmen“, auch wenn der offizielle Wegverlauf südlich um diesen herum führt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Wegspuren über den Gipfel deutlich leichter zu finden sind…

Gleich zum Anfang geht es steil zur Sache.
Blick zum Rossbachkogel, weit ist es nicht mehr.

Für die Aussicht auf die Gipfel von gestern, das was heute noch kommt und die flacheren Regionen der südlichen Steiermark lohnen sich die gut 100 Höhenmeter extra aber auf jeden Fall.

Rossbachkogel, Blick nach Südwesten.
Rückblick: Speikkogel und Lenzmoarkogel
In der Ferne zeigen sich die felsigen Gipfel der Steiner Alpen in Slowenien. Das Rechts sollten der Grintovec und seine Nachbarn sein.

Nach einem Stück Abstieg über den sanften Rücken des Rossbachkogels treffe ich bei einem namenlosen Sattel wieder auf die Markierung. Von dort sind es nur noch wenige, relativ ebene Minuten bis zur Rossbachalm und schließlich zur ehemaligen Zeißmannhütte mit einem beeindruckenden Brunnen. Dieser bietet eine willkommene Möglichkeit, die Wasservorräte nochmal aufzufüllen.

Wasser im Überfluss bei der Zeißmannhütte.

Hier wäre nun auch eine Variante über den Terenbachkogel möglich, mir reicht es jetzt aber mit Bonus-Höhenmetern. Ich wähle daher den abwärts führenden Steig nach südwesten. Dieser führt vorbei an einer netten, kleinen Hütte zu einer Forststraße, die nun lange sanft abfallend und nicht besonders aufregend zur Wegkreuzung unweit des Oskar-Schauer-Sattelhauses führt.

So sieht die zweite Hälfte der Strecke zum Oskar-Schauer-Sattelhaus überall aus.

Dieses liegt nur wenig abseits des direkten Weges und ich statte ihm einen kurzen Besuch Zwecks Stempel, Getränk und Suppe als frühem Mittagessen ab. Sollte das Steinplan-Schutzhaus nämlich wie vermutet noch geschlossen sein, wäre das die einzige Einkehrmöglichkeit am Weg. Mein Timing war jedenfalls perfekt, die Küche hatte gerade erst aufgemacht. In der Hütte begegnen mir heute auch die einzigen anderen Menschen bis hinab nach Knittelfeld.

Oskar-Schauer-Sattelhaus: Mittagspause.

Vom Sattelhaus geht es zunächst leicht aufwärts auf zunehmend wilder wirkenden Forstwegen, in Richtung Stierkreuz. Bei diesen endet der kurze Anstieg dann auch schon wieder und es geht eben dahin auf herrlich grünen, wenn auch zum Teil noch arg nassen Waldwegen.

Unterwegs zum Stierkreuz.
Sogar mit Torbogen-Baum!

Schließlich trennt sich bei einer etwas seltsamen, dreieckigen Weggabelung der Nor-Süd-Wanderweg 05 von meiner Strecke, dieser führt wenig überraschend von dort weiter nach Süden. Dafür begleitet nun die (ehemalige?) violette Via Alpina mich nun für längere Zeit.

Weitwanderer-Kreuzung: 05 und 02 trennen sich, Via Alpina kommt dazu. Die wird mich jetzt zwei Tage lang begleiten.

Ein erneutes, längeres Flachstück und ein kurzer Abstieg über zunehmend grünere, blühende Wiesen bringt mich zum Krennsattel, für den meine Karte eine falsche Höhe von 1498m nennt. Die ist auch auf der Tafel vor Ort zu finden, dort allerdings per schwarzem Markerstift auf die (richtigen?) 1458m korrigiert worden.

Am Krennsattel.

Von dort folgt der zweite, größere Anstieg des Tages. Nach einem kleinen „Zwischenhügel“ geht es steil hinauf in Richtung Steinplan. Zuerst durch die bewaldeten Hänge, schließlich nochmal steiler am Rande einer Wiese wird der Knittelfelder Hausberg mit Schutzhaus und Sendemast erreicht.

Blumiger Aufstieg zum Steinplan.
Das (geschlossene) Steinplan-Schutzhaus.

Wie ich bereits vermutet hatte wurde aus der auf der Homepage angekündigten Öffnung des Steinplan-Schutzhauses „Anfang Juni“ nichts, da oben ist immer noch alles zu. (Übrigens scheinbar auch jetzt – Anfang Juli 2026 immer noch…) Bei der Planung hatte ich mir überlegt hier oben zu übernachten, damit den heutigen Tag zu verkürzen und den morgigen zu verlängern um mir eine (teurere) Übernachtung unten in Knittelfeld zu sparen.

Vor dem Weitermarsch war also nun schnelles Zimmersuchen in Knittelfeld angesagt, für eine Selbstversorger-Nacht im angeblich vorhandenen Winterraum (habe nicht nachgeschaut ob es den gibt…) reichen die Vorräte nämlich nicht mehr.

Das erledigt mache ich mich an den langen Abstieg, gute 1000 Höhenmeter am Stück stehen noch an. Die gehen auch gleich ordentlich los, steil geht’s die ersten paar hundert Höhenmeter im dichten Wald hinab, bevor es für längere Zeit fast eben wird bzw. sogar teilweise wieder etwas hoch geht.

Also ich finde wer es schafft mit dem Rad bis hier zu kommen sollte auch weiterfahren dürfen.
Da versteckt sich ein Buntspecht. Wenn man jetzt noch ein besseres Teleobjektiv dabei hätte…

Hier heißt es nun vor allem aufpassen, dass man nicht irgendwo falsch abbiegt. Eine Karte und/oder GPS sei hier auch wieder empfohlen, die Markierungen sind nicht überall eindeutig. Für längere Zeit ändert sich an den Wegen nun auch nicht viel, immer weiter mal mehr, mal weniger stark abwärts geht es durch den Wald nach Nordwesten. Zwischendurch fängt es auch immer wieder mal an zu regnen.

Da unten liegt Knittelfeld, dahinter der Tremmelberg und teilweise in den Wolken die Seckauer Tauern.
Und hier oben liegt ein Hindernis auf dem Weg…

Bereits deutlich unter der 1000m-Marke verlasse ich kurzzeitig den Wald bei den Gebäuden eines einsamen Bauernhofs, der erstaunlich direktem Weg mitten hindurch durchquert wird. Am anderen Ende gibt es kurz Verwirrung wo es weitergeht, bis ich die Spuren im hohen Gras entdecke, die mich wenig später wieder in den Wald bringen.

Erste Anzeichen der Zivilisation.

Der restliche Abstieg folgt nun dem Rand eines Grabens und ist wieder steiler und schmaler. Teilweise ist er auch ordentlich von Brombeeren (nicht reif) und Erdbeeren (teilweise reif) sowie sonstigem Grünzeug zugewachsen. Bei Regen dürfte das hier keinen Spaß machen, aber man kommt zumindest einigermaßen gut durch.

Beim Selgrabenbach, schon in Sichtweite der Mur betrete ich schließlich wieder Asphalt und werde den für den restlichen Tag auch nicht mehr los.

Ab hier ist Straßenwandern angesagt.

Was nun noch ansteht ist mehr lästige Pflicht als sonst etwas: An der Hauptstraße entlang nach Landschach, über die Mur und hinein nach Knittelfeld. Den Bahnhof lasse ich rechts liegen, mache noch schnell einen kurzen Abstecher zum örtlichen Spar um Lebensmittel für die nächsten Tage nachzufüllen und schlage dann den kurzen Weg zu meiner Unterkunft im nördlichen Teil der Stadt ein.

Bahnhofsviertel Knittelfeld. To be fair: Der Rest der Stadt ist nicht so hässlich.

Die (das Gewerkenschlössl, bzw. das Gutshaus) finde ich dann auch erst einmal gar nicht – wer würde das günstigste kurzfgristig verfügbare Hotelzimmer der Stadt schon in einer prunkvollen Villa vermuten?

Nicht allzu lange nach meiner Ankunft dort fängt es dann auch wie angekündigt an zu regnen. Morgen soll es ab etwa 10 Uhr dann besser werden. Mal sehen, was daraus wird.

Tourenbewertung

Informationen zu meiner Bewertung sind hier zusammengefasst.

  • Schwierigkeit 3/10 (Einfach)
  • Ausdauer 7/10 (Anspruchsvoll)
  • Ausgesetztheit 2/10 (Wenig ausgesetzt)
  • Orientierung 3/10 (Einfach)
  • Landschaft 5/10 (Leidet am langen, eintönigen Abstieg)

Übersichtskarte

GPX-Track zum Download verfügbar in der Übersicht.

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